Ratgeber Kosten

„Recht haben“ sollte auch heißen „Recht bekommen“!

Um sein Recht optimal durchzusetzen, bedarf es fast immer anwaltlicher Hilfe und gegebenenfalls richterlicher Entscheidung.
Die Einschaltung eines Rechtsanwaltes wie auch die Führung eines Rechtsstreites verursacht Kosten, weshalb viele den Weg zum Rechtsanwalt und die Durchsetzung berechtigter Interessen scheuen. Dies muss jedoch nicht sein!
Um die Kosten richtig einschätzen zu können, sollten Sie bereits beim ersten Gespräch mit Ihrem Anwalt Auskunft über das Kostenrisiko verlangen. Beurteilen Sie erst danach, ob sich ein Rechtsstreit lohnt oder nicht.
Auch bei finanzieller Not muss heute niemand mehr auf sein gutes Recht verzichten. Wir beraten Sie gern, inwieweit hinsichtlich Ihres Falles eine Kostentragung durch eine Rechtsschutzversicherung oder den Staat in Betracht kommt.
Gleichwohl ein persönliches Gespräch regelmäßig unumgänglich sein wird, möchten wir kurz über die Zusammensetzung der Kosten eines Rechtsstreites sowie die Möglichkeiten der Kostenübernahme informieren:

Anwalts- und Gerichtskosten

Die dem Anwalt zustehenden Gebühren (Honorar) bemessen sich grundsätzlich nach dem so genannten Gegenstandswert. Wird beispielsweise ein gekaufter Fotoapparat im Wert von 1.000 EUR vom Gegner herausverlangt, beträgt der Gegenstandswert 1.000 EUR. Der Gegenstandswert selbst jedoch dient lediglich als Berechnungsgrundlage für die Gebühren, welche sich im wesentlichen aus dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz ergeben. Um die Beratungskosten für Sie zu begrenzen, sind daneben auch individuelle Honorarvereinbarungen möglich.

Soweit ein Rechtsstreit vor Gericht geführt werden muss, fallen weitere Kosten (z. B. Gerichtskosten) an. Die Gerichtskosten bemessen sich auf der Grundlage des Streitwertes, welcher sich in der Regel am Gegenstandswert orientiert. Die Kosten eines Rechtsstreites hat grundsätzlich derjenige zu zahlen, der den Prozess verliert. Wird der Prozess nur teilweise gewonnen, tragen beide Gegner in der Regel anteilig die Kosten.

Unter www.rechtsanwaltsgebuehren.de finden Sie einen Beispielrechner zur Ermittlung der Rechtsanwaltsgebühren und Gerichtskosten anhand des Streitwertes.

Kostenübernahme

Etwas anderes gilt, soweit Sie eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen oder Anspruch auf Beratungshilfe oder Prozeßkostenhilfe haben.

Zum Inhalt der Rechtsschutzversicherung gehört, daß diese die Kosten für die Wahrnehmung rechtlicher Interessen trägt. Die Rechtsschutzversicherer bieten daher für verschiedene Teilbereiche Rechtsschutz an, so etwa für Verkehrsrecht, Straf- und Ordnungswidrigkeitenrecht, Vertragsrecht, Arbeitsrecht oder Mietrecht. Der Rechtsschutz umfaßt sämtliche Anwalts- und Gerichtskosten.

Unter Vertragsrechtsschutz würden also beispielsweise die Kosten für die gerichtliche Durchsetzung der Herausgabe des Fotoapparates fallen, unter den Bereich Ordnungswidrigkeitenrecht etwa die Verteidigung gegen einen Bußgeldbescheid wegen "zu schnellen Fahrens".

Ohne Rechtsschutzversicherung besteht die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Beratungs- bzw. Prozeßkostenhilfe.

Beratungshilfe erhält grundsätzlich, wer die Kosten der Rechtsberatung nicht aufbringen kann. Beratungshilfe bedeutet, daß man sich in rechtlichen Dingen fachkundigen Rat holen kann und bei Auseinandersetzungen Hilfe und Unterstützung, auch etwa gegenüber Behörden, erhält.

Wird eine gerichtliche Klärung der Angelegenheit unausweichlich, hat einen Anspruch auf Prozeßkostenhilfe, wer die Prozeßkosten nicht aufbringen kann und nach Einschätzung des Gerichts nicht nur geringe Aussichten hat, den Prozeß zumindest teilweise zu gewinnen. Ein Anspruch auf Prozeßkostenhilfe besteht also nicht, wenn man in dem Rechtsstreit chancenlos ist (dies ist nur selten der Fall !).

Die Gewährung von Prozeßkostenhilfe hat jedoch keinen Einfluß auf die Kosten, die gegebenenfalls dem Gegner zu erstatten sind, vor allem die Kosten des gegnerischen Anwalts. Gerichtskosten und Kosten des eigenen Anwalts sind, abhängig vom eigenen Einkommen, nicht oder nur anteilig ratenweise zurückzuzahlen.

Um Beratungshilfe bzw. Prozeßkostenhilfe zu erhalten, müssen
Sie ein Antragsformular ausfüllen, welche Sie sowohl bei Gericht wie auch bei uns erhalten können.

Wir unterstützen Sie gern bei der Antragstellung.